Witchspire – Hexen-Survival für kurze Abende (allein oder mit Kindern ab 8)

Manchmal lädt man ein Spiel runter, denkt sich „schau ich mir mal zehn Minuten an“ – und sitzt dann eine Stunde später immer noch da und baut an seinem Hexenhaus. Genau das ist mir mit Witchspire passiert.

Das Spiel ist am 10. Juni 2026 in den Steam Early Access gestartet, kommt vom Studio Envar Games und ist im Kern ein Open-World-Survival-Adventure mit Magie. Ihr spielt angehende Hexen und Magier, sammelt Vertraute, baut euch ein Zuhause und ballert euch durch die Gegend. Und ja: Es funktioniert auch alleine richtig gut, nicht nur im Koop.

Die Story – ehrlich gesagt: da geht noch was

Ich sag’s, wie es ist: Ich hab die Story beim Spielen nicht wirklich mitbekommen. Das liegt aber nicht nur an mir.

Der Aufhänger ist schnell erzählt: Der Witchspire – der Turm, der dem Spiel seinen Namen gibt – ruft euch als Auserwählte. Unter der Oberfläche der Welt breitet sich eine Verderbnis aus, dazu gibt es uralte Kreaturen und herabstürzende Meteore. Ihr sollt das Ganze aufhalten und dabei dem Geheimnis des Turms auf die Spur kommen. Unterwegs schließt ihr euch einem Zirkel an, entweder den kämpferischen Cloudpiercers oder den mystischen Foretellers, was euch eigene Outfits und Fähigkeitenpfade freischaltet.

Klingt nach mehr, als es aktuell ist. Die Erzählung plätschert im Hintergrund mit, richtig gepackt hat sie mich nicht. Envar Games schreibt aber selbst auf der Steam-Seite, dass mehr Story im Laufe des Early Access nachgeliefert wird. Fair genug – dafür ist Early Access ja da.

Gameplay – hier macht es Klick

Und jetzt zum Teil, wegen dem ich überhaupt über das Spiel schreibe.

Das Teleportieren ist großartig. Ihr habt einen Blink dabei, mit dem ihr euch aus Angriffen rausbewegt. Klingt nach einer Kleinigkeit, verändert aber das komplette Kampfgefühl. Die Kämpfe werden dadurch schnell, hektisch im guten Sinne und fühlen sich nie träge an – was bei Survival-Spielen ja durchaus mal vorkommt. Dazu gibt’s einen Spirit Jump, mit dem ihr Vorsprünge hochkommt. Das Bewegen durch die Welt fühlt sich einfach flüssig an.

Das Bausystem ist simpel – im besten Sinne. Zum Bauen nutzt ihr eine Art Astralprojektion und löst euch von der Schwerkraft, könnt also frei um euer Gebäude herumschweben. Klingt kompliziert, ist es aber überhaupt nicht. Ich hab keine zehn Minuten gebraucht, bis ich das intuitiv bedient hab. Wer schon mal an einem sperrigen Bausystem verzweifelt ist (Grüße an alle, die schon mal eine Wand dreimal abgerissen haben), wird das zu schätzen wissen.

Vertraute sammeln ist einfach nice. In der Wildnis laufen jede Menge Kreaturen rum. Ihr besiegt sie im Kampf, sammelt ihre Geister und bindet sie dauerhaft an euch. Die begleiten euch dann, helfen im Kampf und bei Aufgaben, und ihr könnt sie in Richtung eures Spielstils weiterentwickeln. Gerade solo ist das Gold wert – ihr steht nie ganz alleine da.

Solo und im Koop – beides läuft. Ich hab beides ausprobiert: alleine und im Koop zu viert. Und ich muss sagen, das hat wunderbar funktioniert. Keine Verbindungsabbrüche, kein Ruckeln, kein Chaos. Zu viert teilt man sich die Aufgaben ganz von selbst auf – einer sammelt, einer baut, einer rennt vor und findet die Kreaturen. Solo dauert alles länger, aber die Vertrauten fangen das gut ab.

Was ich außerdem angenehm finde: Ihr könnt nicht verhungern. Ressourcen bringen euch weiter und machen euch stärker, aber es gibt keine nervige Nahrungsuhr, die euch alle fünf Minuten aus dem Spiel reißt. Für alle mit begrenzter Spielzeit ist das ein echter Pluspunkt.

Grafik – kein AAA, aber mit Herz

Klare Ansage: Das hier ist keine Grafikbombe. Der Stil geht leicht in Richtung Anime, ist bunt, teilweise bewusst simpel gehalten. Aber man merkt an jeder Ecke, dass da Leute mit Liebe dran gesessen haben. Die Welt ist handgebaut statt zufallsgeneriert, und das sieht man auch.

Für mich ist das genau die richtige Mischung: schön anzuschauen, ohne dass mein Rechner anfängt zu betteln. Auf Steam wird als Minimum eine GTX 1070 mit 16 GB RAM angegeben, empfohlen ist deutlich mehr. Eine SSD legen die Entwickler euch ans Herz.

Wichtig: Temperaturen im Auge behalten (vor allem bei AMD)

Diesen Punkt möchte ich nicht unter den Tisch fallen lassen, weil er mich selbst erwischt hat.

Witchspire scheint aktuell einige Systeme deutlich stärker zu belasten, als man es erwarten würde – bei mir ging die CPU auf über 90 Grad. Das ist nichts, wobei mir wohl ist, auch wenn moderne Prozessoren das grundsätzlich abkönnen und einfach runtertakten. In Foren liest man ähnliche Berichte, besonders von AMD-Systemen.

Was bei mir geholfen hat:

  • FPS auf 60 begrenzen (im Spiel oder über den Grafiktreiber)
  • Upscaling deaktivieren (DLSS/FSR)

Danach war die CPU bei 75 Grad – deutlich entspannter. Wer damit leben kann, ist damit erstmal auf der sicheren Seite.

Ich hab mir daraufhin eine AIO-Wasserkühlung zugelegt. Seitdem läuft das Spiel bei mir mit allen Optionen aktiviert, 180 FPS – und die CPU bleibt bei 57 Grad. Ganz ehrlich: Der Unterschied ist heftig.

Mein Rat: Lasst beim ersten Start einfach ein Monitoring-Tool mitlaufen (HWiNFO oder das Overlay eures Grafiktreibers reicht völlig) und schaut euch die Temperaturen an. Das sind zwei Minuten Aufwand und ihr wisst danach, woran ihr seid. Wenn die Werte auffällig hoch sind: erst FPS-Limit und Upscaling, dann weitersehen. Ein Hardware-Kauf muss nicht der erste Schritt sein.

Und ja, das ist ein Early-Access-Thema. Ich gehe stark davon aus, dass Envar Games da noch nachoptimiert.

Für Kinder ab 8 – was Eltern wissen sollten

Witchspire hat keine USK-Einstufung, weil es reiner Steam-Release ist. Aus meiner Sicht funktioniert es ab etwa 8 Jahren gut, wenn ihr dabei seid oder zumindest in Rufweite: Es wird gekämpft, aber ohne Blut und Härte, der Stil ist bunt und comichaft, und Themen wie die „Verderbnis“ sind eher düster-märchenhaft als gruselig.

Zwei Punkte, die ihr vorher wissen solltet:

1. Koop läuft nur online. Es gibt keinen Splitscreen und kein gemeinsames Spielen an einem Rechner. Ihr braucht also zwei PCs und zwei Kopien des Spiels, wenn ihr gemeinsam in einer Welt unterwegs sein wollt. Einer hostet die Welt, die anderen kommen über die Steam-Freundesliste dazu. Der Fortschritt hängt dabei an der Welt des Hosts – wenn Papa offline ist, geht in dieser Welt nichts.

2. Deutsch ja, aber nur zum Lesen. Menüs und Untertitel gibt es auf Deutsch, die Sprachausgabe ist ausschließlich englisch. Für sichere Leser ab 8 ist das machbar, für Lesemuffel wird es zäh. Rechnet damit, dass ihr am Anfang mitlest.

Wer keinen zweiten Rechner hat: Auch gemeinsam vor einem Bildschirm funktioniert das Spiel gut. Kind baut, ihr kämpft – oder ihr gebt den Controller einfach abwechselnd weiter. Gerade das Bausystem ist so entspannt, dass Kinder sich da problemlos austoben können, während ihr danebensitzt.

Das Manko – noch etwas dünn

Ganz ehrlich: Man ist relativ zügig durch. Die Welt hat mehrere Biome, die Kernsysteme stehen alle, aber irgendwann merkt man, dass da noch Content fehlt. Ich hätte gern noch mehr Kreaturen, mehr Zauber, mehr Gründe weiterzumachen.

Das große Aber: Das Spiel ist seit Juni im Early Access, und Envar Games rechnet mit mindestens einem weiteren Jahr Entwicklungszeit. Angekündigt sind eine größere Welt, neue Kreaturen, neue Zauber und mehr Story. Der Preis ist während des Early Access reduziert und soll zum 1.0-Release steigen.

Bei den Steam-Reviews steht das Spiel aktuell bei „sehr positiv“ – über 80 Prozent der bisher rund 1.700 Bewertungen sind positiv. Die Richtung scheint also zu stimmen.

Fazit für alle mit wenig Zeit

Witchspire ist eines der Spiele, bei denen mein 45-Minuten-Fenster tatsächlich reicht, um etwas geschafft zu haben. Kurz reingehen, ein Stück Basis bauen, einen Vertrauten einfangen, wieder raus. Kein Hungerbalken, der euch unter Druck setzt, kein zäher Wiedereinstieg.

Kaufen, wenn: ihr Survival mit Magie mögt, ein flottes Kampfsystem schätzt und mit Early-Access-Zustand leben könnt.

Noch warten, wenn: ihr eine erzählte Geschichte braucht oder viele Stunden Content auf einmal erwartet.

Und in jedem Fall: einmal kurz auf die Temperaturen schauen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung – mit dem Hinweis, dass das Beste an diesem Spiel wahrscheinlich noch kommt.


Steckbrief

TitelWitchspire
EntwicklerEnvar Games
PlattformPC (Steam)
Release10. Juni 2026 (Early Access)
GenreOpen-World-Survival, Action-RPG, Creature Collector
ModiEinzelspieler, Online-Koop
SpracheDeutsche Menüs & Untertitel, englische Sprachausgabe
AltersempfehlungKeine USK-Einstufung, aus meiner Sicht ab 8 Jahren in Begleitung
Preis[PREIS EINTRAGEN] (reduzierter Early-Access-Preis)

Hinweis: Ich habe das Spiel selbst gekauft. Der Artikel spiegelt meine persönliche Einschätzung wider.

Transparenz: Beim finalen Schreiben und Strukturieren meiner Artikel nutze ich KI-Unterstützung. An den Inhalten ändert das nichts – gespielt, bewertet und entschieden, was hier steht, habe ich selbst.